Klappentexte

für illustrierte Kinderbücher

Das Buch

Wenn ein großer Wal einen kleinen Fehler hat, kann er schon sehr, sehr lästig werden für seine Mitbewohner im Meer. Und wenn einer lästig ist, geht man ihm lieber aus dem Weg, vor allem dann, wenn er so groß ist wie ein Wal und sein Fehler wie eine Bedrohung wirkt. Einsamkeit macht traurig. Aber mit ein bisschen Glück findet man einen anderen Einsamen, der auch genau deshalb traurig ist, weil er einen kleinen Fehler hat. Und mit ein bisschen Klugheit und Hilfsbereitschaft …

Grytsay-Zilchers Kindergeschichten thematisieren nichts Geringeres als die alltäglich-großen Dinge des Lebens. Sie handeln von Individuen und der Gesellschaft, in und mit der sie leben. Wale und Tintenfische als Protagonisten, eine Qualle mit Namen Medizin, das klingt gewagt, beinahe verrückt. Aber ihre Metaphern treffen die kindliche Vorstellungswelt, weil sie ihr entnommen sind.

Die Geschichte vom Wal „Hustenreiz“ ist eine ermutigende Parabel über Schwächen und deren Überwindung, ein phantasievoller Wegweiser ganz ohne erhobenen Zeigefinger.

Das Buch

Uralt und vielfältig sind die Ausdrücke und Bilder dafür, dass auf der Welt nichts ohne sein Gegenteil sein kann. Sie reichen vom chinesischen Yin-Yang-Prinzip bis zum Sprichwort, dass jede Medaille zwei Seiten habe. Dass aber ausgerechnet der Pessimismus und die Inspiration die besten Freunde sind, kann nur ein sehr mutiger Forscher herausfinden. Wovon aber lässt er sich leiten, und was behindert ihn auf seiner Suche? Seine Wissbegierde ist stärker als seine Furcht, seine Inspiration mächtiger als sein Pessimismus.

Die Geschichte vom Forscher, der das Geheimnis der Inspiration sucht, zeigt in bildhafter Sprache, dass manches, das wir in der Welt suchen, längst in uns selbst zu finden ist.

Das Buch

Die Idee, die Idee zur Person werden zu lassen und ihr den offenherzigen Namen „Idee“ zu geben, erinnert an Stilmittel des Parabelmärchens. „Fräulein Idee und die Sanduhr“ ist indessen weder ein Märchen noch eine Parabel. Es ist eine Geschichte, in der Befindlichkeiten zu Personen werden.

Mit scheinbar kindlicher Phantasie verleiht die Autorin Gefühlen und Ängsten konkrete Gestalt. Eine Idee kommt selten, wenn man sie ruft, und je mehr man sie zu zwingen sucht, umso mehr entzieht sie sich. Die Pflicht ist wahrlich eine Kröte, aber sie hat auch ihre gute, verlässliche Seite.

Indem Jana Grytsay-Zillcher das Innere nach außen wendet, ermöglicht sie dem kindlichen Leser eine angstfreie und gefahrlose Selbst- und Weltbetrachtung. Hoffnungslosigkeit und Traurigkeit sind nicht länger ohnmächtig erlebte Gefühle, sondern Drachen, die man erfolgreich bekämpfen kann.

Mit ihren Personifikationen begibt sich die Autorin in die kindliche Vorstellungswelt und macht Mut zum Glauben an die eigenen Fähigkeiten.